20.000 Euro dank „Rheinrudern gegen Krebs“-Stiftung Leben mit Krebs feiert vollen Erfolg des außergewöhnlichen Projekts seines Mitarbeiters

Mainz: 20.000 Euro dank „Rheinrudern gegen Krebs“
v.l. Markus Hesse (Pfizer Oncology), Laura Faber (Kinderkrebshilfe Mainz e. V.), Dr. Detlev Chercham (Pfizer Oncology), Fritz Schuler (FUoKK e.V Karlsruhe), Barbara Gebauer (Mit uns im Leben e. V. Wiesbaden), Marcel Mattes (Rheinhessen Sound), Marco Matte

Mainz – Vor knapp zwei Monaten ruderte Marco Mattes, Mitarbeiter der Stiftung Leben mit Krebs, allein in einem Ruder-Einer vom Bodensee zur Nordsee den gesamten Rhein entlang. Ziel der couragierten Aktion war es, Spenden für drei therapiebegleitende Kinderkrebsprojekte in Karlsruhe, Mainz und Köln zu sammeln. Nun wurde der Gesamterlös im Beisein der Sponsoren und Förderer bekanntgegeben und symbolisch überreicht.

 

Spendensumme und Projekt

Die Stiftung Leben mit Krebs hat am Dienstag (23.07.2019) in Mainz, in den Räumlichkeiten des Hauptförderers des Projektes, der Mainzer Volksbank eG (MVB), den Spendenscheck im Gesamtwert von 20.000 Euro bekanntgegeben. Dieser Betrag konnte mit dem Projekt „Rheinrudern gegen Krebs“ generiert werden, welches Marco Mattes im Mai/Juni diesen Jahres als langjähriger Regattaorganisator der Stiftung Leben mit Krebs, ins Leben gerufen hatte. Mit seiner Benefizaktion verfolgte Mattes das Ziel, die Strecke des gesamten Rheins von Bregenz bis Rotterdam in 18 Tagen allein rudernd zu bewältigen, um mit diesem außergewöhnlichen Einsatz auf die Krankheit Krebs aufmerksam zu machen und gleichzeitig möglichst viele Spenden für drei Kinderkrebsprojekte zu sammeln. „Eine beispiellose Leistung und enorme Herausforderung!“, betont Klaus Schrott, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Leben mit Krebs. „Denn die 1.100 km bis zum Hoek van Holland in 2,5 Wochen zurückzulegen bedeutete nicht nur mehr als 65 km pro Tag bei jeder Witterung zu rudern, sondern auch die Tour, das Training, die Logistik und die Spendenaktion monatelang im Voraus vorzubereiten. Wir sind sehr stolz auf Marco, dass er mit so viel Energie, Zielstrebigkeit, Kraft und Lebensmut seine Tour angegangen ist und alles geschafft hat“, so Schrott weiter.

Am 10. Juni diesen Jahres war es geschafft. Marco Mattes konnte nicht nur die gesamte Strecke erfolgreich hinter sich bringen, sondern auch sein Spendenziel erreichen. Dank seines Einsatzes und über 260 Spendern und Förderern konnten 20.000 Euro, die gesamten Erlöse des Projekts, nun zu je einem Drittel an die gewählten Kinderkrebsprojekte fließen. Die Standorte sind auch nicht zufällig gewählt worden, denn sie liegen entlang des Rheins und engagieren sich für die Verknüpfung von sportlicher Aktivität während und nach einer Krebserkrankung der Kinder. „Als angehender Sportlehrer weiß ich, wie immens wichtig regelmäßige Bewegung im Kindesalter ist. Diese muss gerade bei einer Krebserkrankung gewährleistet bleiben, um die Nebenwirkungen der Krankheit zu bewältigen und neue Lebensmotivation zu schöpfen. Allein dafür hat es sich gelohnt zu rudern und zu spenden – Ich würde es in jedem Fall wieder tun“, meint Mattes mit einem strahlenden Gesicht bei der Spendenübergabe.

Auch Prof. Dr. Elke Jäger – Mitbegründerin und Vorstand der Stiftung – zeigte sich bei der Übergabe sehr gerührt: „Den Spendenscheck nehme ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an. Ich bin allen Unterstützern entlang des Rheins sehr dankbar, dass sie Marcos Rheinmarathon gefördert haben und somit eine bessere Lebensqualität der kleinen Krebspatienten durch die Sportprojekte ermöglichen. Aber auf der anderen Seite bin ich sehr traurig, dass dies Marcos Abschied von unserer Stiftung bedeutet und dass er unsere traditionelle Regatta „Rudern gegen Krebs“ in Mainz nicht mehr betreuen kann. Wir wünschen ihm für seine weitere berufliche Zukunft alles Gute und hoffen, dass er sich weiterhin ehrenamtlich bei unserer Stiftung engagieren wird.

Projekt begeistert auf ganzer Linie

Neben den Spenden stand vor allem die Aufmerksamkeit und Partizipation am Projekt im
Vordergrund. So wurde Mattes bei zahlreichen Rudervereinen mit Begleitbooten empfangen, von regionalen Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern entlang des Rheins unterstützt und sogar von einer Gruppe Patienten des Vereins „Mit uns im Leben“ von Wiesbaden bis Köln über drei Etappen lang mit Fahrrädern begleitet. In Mainz, der Heimatstadt von Mattes, feierte man zudem gemeinsam mit Michael Ebling – Oberbürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung – die Halbzeit der Tour beim sogenannten „Bergfest“, zu welchem zahlreiche Unterstützer, Freunde und Ruderkameraden erschienen, um Spalier zu stehen. Das Fest war ein besonderer Motivationsschub für die zweite Hälfte der Tour und ein starkes Zeichen der Mainzer Gesellschaft im Kampf gegen Krebs, welches sich damit in die lange Tradition der Ruderveranstaltungen als Bestandteil des Lebens am und auf dem Rhein in Mainz einreihte.

„Es war wie in einem Rausch und die Menschen gaben mir das Gefühl, bereits die gesamte Strecke geschafft zu haben“ erinnert sich Mattes. „Es war unglaublich schwer am nächsten Tag weiterzufahren und die 30 km bis Bingen waren sicherlich mit die schwersten der gesamten Tour. Gottseidank kam dann das Mittelrheintal, das durch seine traumhafte Landschaft geholfen hat.“

Hürden und Gefahren der Tour

Neben den traumhaften Augenblicken hielt die Tour jedoch auch ihre Hindernisse bereit. Allein die Problematik des alleinigen Ruderns ohne Steuermann birgt auf einem der meistbefahrenen Binnengewässern Europas bereits eine hohe Brisanz. Ruderer fahren bekanntlich rückwärts gegen die Fahrtrichtung und so kam Mattes um das ständige Umdrehen (weit über 100x/Tag) nicht herum, da er für die alleinige Navigation verantwortlich war. Das Umschiffen der Rhein-Bojen, die zahlreichen Schleusen und Stromschnellen sowie die Privat- & Binnenschifffahrt stellten dabei neben der hohen physischen Belastung mit die größten Herausforderungen dar. „Der Rhein ist gefährlich und die Leute unterschätzen die Gefahr“, sagt Mattes mit erhobenem Zeigefinger. „Ich besitze über 16 Jahre Rudererfahrung auf dem Rhein und selbst ich hatte und habe noch immer enormen Respekt vor diesem Fluss, so dass sich meine Anspannung erst nach dem Auswassern am Hoek van Holland wirklich lösen konnte. Trotz tadelloser Fitness und intensiver Vorbereitung war die Tour schon ein bisschen riskant und durchgeknallt, aber im Nachhinein war es die Tortour in jedem Fall wert.“ Damit spielt er sicherlich auch auf die Abnahme seines eigenen Körpergewichts an, wog er in den Niederlanden lediglich noch 58 kg und damit fast zehn Kilo weniger als gewöhnlich. Zugenommen hatte zu dieser Zeit nur sein Spendenkonto, in welchem Mattes das eigentliche Spendenziel von 10.000 Euro verdoppeln konnte – Chapeau!

Spendenübergabe im Beisein der Projekte und Sponsoren

Die Gesamterlöse sind am Dienstag dann feierlich vom Crowdfunding der Mainzer Volksbank eG an die Stiftung Leben mit Krebs und die Kinderkrebsprojekte übergeben worden. Im Beisein von Familie, Freunden und Sponsoren der Tour konnte bei gemütlichem Beisammensein der erfolgreiche Abschluss eines herausragenden Benefizprojekts gefeiert werden, das ursprünglich aus einer Schnapsidee heraus entstanden ist. Aus dieser ist letztendlich mehr geworden, nachdem neben der Mainzer Volksbank auch die Filippi-Bootswerft, New Wave, Rheinhessensound, Pfizer Oncology, Sebamed sowie mehrere Lions-Clubs ihr Sponsoring zugesagt hatten. „Die Mainzer Volksbank betreut seit über 150 Jahren nicht nur Wirtschaft und Privatkunden vor Ort, sondern stärkt seither auch die Region. Als Volksbank ist es unsere Aufgabe den Menschen etwas zurückzugeben,“ meint Peter Jost, Marketingleiter der MVB. „Daher verdienen es Ideen, wie die von Marco Mattes, unterstützt zu werden. Er zeigt, dass in einer funktionierenden Gemeinschaft jeder etwas Gutes tun kann. Getreu der genossenschaftlichen Idee „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“

Weitere Informationen:
https://www.rheinrudern-gegen-krebs.com

 

Für das herausragende Projekt und für den großzügigen Anteil an der gesamten Spendensumme bedankt sich der FuoKK e.V. sehr herzlich. 

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